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Kategorie » Ausstellungen
Florinda Ke Sophie
„Himmel auf Erden?“ - Installation und Erstpräsentation eines begehbaren Gemälde-Würfels
Himmel auf Erden? In einem schwarzen Loch. In Graz.
Eine Vergrenzung zur Verhinderung von Verwortungen. Ein Versuch. Es gibt nicht viel zu sagen. Ich lebe eben da, wo andere nicht leben. In meiner Welt gibt es Planetenfresser, die Space-Le Muren sind und meinen urbanen Weltenhimmel raumfüllen. Den von Graz zum Beispiel, in einem schwarzen Kasten, selbstgebaut. Fantasieverschlagschwarzsamtigverhüllt. Soniemalszuvordagewesen. Mitten aus dem Stammhirn einer Novumsuchenden.
Planetenfresser fressen Planeten, also Klumpen von Energie in Kugelform, wie manche Leute zum Beispiel Energie von anderen Leuten fressen, weil sie nervig sind, oder total-gaga. In jedem Universum gibt es welche. Meine Welt ist kleingroß. Und manchmal hängt der Spiralnebel voll schief und wird in seinem unstillbaren Drang zur Ausdehnung nur durch die vier Ränder der zu bemalenden Flächen aufgehalten (Leinwände sind immer viel zu klein, ich bedaure das wirklich sehr. Warum darf ich nicht die ganze Welt bemalen?).
Meine Raumzeit ist manchmal gekrümmt, was zur Verschiebung von Materie führt. Aus Tuben mit Farben manifestieren sich dann plötzlich seltsame Kreaturen, die es nie gegeben hat (das ist das wirklich schöne an ihnen). Dann ist der Kopf des Planetenfressers, der ursprünglich als das schwanzige Ende einer Lemure begann, aber im Laufe des Arbeitsprozesses zum Dinosaurierkörper mutierte und letztlich als Drachenkopf endete, nicht mehr da, wo man ihn erwartet. Es ist ein nicht so sein sollen wie es sein soll, laut ordnungsgemäßer Weltansicht. Die kann mich nämlich mal. So fliegt einem mit dem fantasieberstenden Kopf auch gleich der Verstand und alle Logik davon und setzt sich unerreichbar auf irgendeinen Schornstein. Schau mal hoch. Da kichert er blöde. Und wartet gelangweilt. Er futtert aber trotzdem weiter, weil er nämlich Hunger hat. Doch dieser Würfel ist kein Würfel, weil man sonst nicht drin stehen könnte, und liegen soll man nicht. Dafür kann man sich dann aber einen selber basteln, zum reinschauen und als Andenken. Freeware just for fun. Und am Ende der Totalität (hört sich nach 1945 an), wenn der Diamantring am Rande der Verschwarzung aufgeht, könnte man glauben, das was ganz anderes gemeint ist, als eine banale Sonnenfinsternis, die mit Raumzeit-Krümmung zu tun hat, in der sich Dinge falten und rundes eckig wird. Ich konnte keine Kugel bauen. Leider.
Und kann nicht erklären, was ich eigentlich wirklich mache und warum. Das ist (m)ein Dilemma. Und auch (m)eine Freiheit. Eine Vergrenzung zur Verhinderung von Verwortungen. Geistesschranke. Ich habe keine Ahnung, warum es plötzlichen einen Planetenfresser gibt, aber es gibt ihn jetzt. Das sind Verrätselungen, die durch Freude am Tun entstehen, wenn man aufhört nachzudenken. Aufhören mit nachdenken. Das isses.
Alles klar? Verrückt? Mindestens.
Und nun gehen Sie schon rein, in dieses schwarze Ding, ziehen Sie die Speläologenlampe auf den Kopf, damit sie überhaupt was sehen können und spüren mal ordentlich in sich hinein, wie das so ist, irgendwie mit sich allein zu sein. Im schwarzeckigen Loch. In Graz.
© Text Florinda Ke Sophie, Graz 2009
Das Projekt „Himmel auf Erden?“ wurde gefördert vom Land Steiermark A9 und Stadt Graz A 16
Über die Künstlerin:
Unter dem bürgerlichen Namen Kerstin Eberhard 1965 in Oberwesel, Rheinland-Pfalz, Deutschland geboren und aufgewachsen.
Seit 2001 in Österreich (Graz) als Bildhauerin und Malerin unter dem Pseudonym Florinda Ke Sophie künstlerisch schaffend. Spezialisiert auf großformatige Ölmalerei. Zahlreiche Ausstellungen Malerei und Bildhauerei im In- und Ausland.
Z.B. Galerie Grad, Schloss Bistrica, Slowenien, ARTEXPO in New York, Rosenheim, Mannheim und Berlin.
Autorin (Prosa, Lyrik, Kunstkritiken).
"Minna-Kautsky-Preis", (Literatur) Graz 2004 und 2007.
Mitglied Steiermärkischer Kunstverein WERKBUND.
Mitglied Österr.-Slowenische Freundschaft
Gründerin und Obfrau des Vereins M.I.A.Z.W.O.A., Graz 2005
(Multimediales, Interdisziplinäres, Analoges, Zweckorientiertes, Weltweites, Offensives, ARTunternehmen).
Gründerin und Kuratorin der Galerie Blaues Atelier, Graz 2005, Ausstellungen regionaler und internationaler KünstlerInnen.
Lyrikveröffentlichungen in der “Frankfurter Bibliothek” der Projektedition Brentano Gesellschaft und Cornelia Goethe Akademie Frankfurt/Main, BRD, 2005, 2006, und 2007.
Lyrik/Prosaveröffentlichungen “Tarantel”, Monatszeitschrift Wien, Okt. + Nov. 2007. Zahlreiche Internetveröffentlichungen.
Eigenlesungen Künstlerhaus Graz, 2006, 2007 und 2009.
Eröffnung: Donnerstag 18.02.2010, 19h
Direktionsrat und Präsident des Steiermärkischen Kunstvereines Werkbund, Curt Schnecker
Termine
Eröffnung: 18. Februar 2010, 19:00 Uhr
19. - 26. Februar 2010, Mi., Do., Fr. 14:00 - 18:00 Uhr, Sa. 11:00 - 16:00 Uhr
Veranstaltungsort
Galerie Blaues Atelier
Schörgelgasse 8, 8010 Graz
Tel: +43 (0) 650 8171610
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Öffnungszeiten: Mi, Do, Fr 14-18h und Samstags 11-16h.
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