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SPOKEN WORD: Ort.Los

Lesung + Performance
Fatima MOUMOUNI + Omar Khir ALANAM + Mario TOMIC
Moderation: Mieze Medusa

Graz hat sich zu einem Hotspot der Slam Poetry entwickelt.
Zeit also, nachzufragen, welche Wortspiele, Rhythmen und Klangkonstellationen im Kontext von Spoken Word entwickelt, variiert und persifliert werden, welche Plots ausgefaltet werden.
Letztlich: Was fließt ein an gesellschaftspolitischem Engagement?

Um zu zeigen, welches gesellschaftspolitische Engagement Spoken Word innewohnt, hat das kultum daher drei KünstlerInnen eingeladen, die in ihren Texten gewitzt über einen engen Heimatbegriff hinausschauen und dabei (selbst-)ironisch agieren: Fatima Moumouni, Omar Khir Alanam und Mario Tomic spielen mit Vorurteilen, beschreiben Weggehen und Ankommen, rücken verschiedene Kulturen ins Blickfeld, hinterfragen die (arrogante) Macht des Etablierten, sind trotzig und klug. Und alle drei performen auf Bühnen und schreiben on page.

Der syrische Autor Omar Khir Alanam beeindruckt mit stiller literarischer Qualität: Kein Hass, keine Anklagen, leise Beschreibungen, die unter die Haut gehen. Seit zwei Jahren schreibt Omar Khir Alanam auf Deutsch. „Danke: Wie Osterreich meine Heimat wurde“ betitelte er sein erstes Buch, das Schlaglichter auf Syrien und Österreich wirft, Flucht und Ankommen beschreibt und denen gewidmet ist, die ihn in den letzten Jahren unterstützt haben.

Mario Tomic, der in Graz „schreibt und schreit“, zählt international zu den Top-Performern. Sein Text-Repertoire gleicht einem literarischen Versuchs-Labor, monovokalische Texte, Mikroerzählungen, Stabreim-Kaskaden – jede Menge Gesellschaftskritik, so verpackt, dass einem das Lachen im Hals stecken bleibt. Die poetische Kraft beziehen Mario Tomics Texte aus dem Subkulturellen, „das Unabhängige, Dreckige und Hungrige muss bleiben“, sagt er.

Fatima Moumouniist seit Ende 2011 mit Spoken Word auf verschiedensten Buhnen im deutschsprachigen Raum unterwegs und schreibt Prosa, Lyrik, Rap. Sie setzt sich konsequent für Empowerment muslimischer Jugendlicher und gegen Rassismus ein, ihre Texte sind klug und schnell, mit beißendem Spott zeigt sie Alltagsrassismus auf und dekonstruiert kolonialistische Afrika-Bilder.
Termine
03. Oktober 2018, 19:00 Uhr
Weitere Informationen
(c) Foto: Guido Henseler
Veranstaltungsort/Treffpunkt