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RE-KAPITULATION?!

Eine plakative Nach-Schau der Intro-Graz-Spection mit 12 künstlerischen Positionen
Das Frühjahr 2020 wurde zu einer Zäsur, die die Kunst noch lange beeinflussen wird. Projekte, Auftritte und Engagements fielen aus. Planungen waren vorübergehend verunmöglicht.
Trotz finanzieller Notlage wurde weiter Kunst erarbeitet und gezeigt. Der neue Platz für Ergebnisse hieß Netz. Viele Beiträge waren spannend und gelungen, sie waren aber nicht typologische Netzkunst. Sie entstanden aus der Not der fehlenden realen Räume. Gerade dort, wo Aufmerksamkeit und Erfolg durch viele Klicks gegeben war, erzeugten die Produktionen in Teilen der Gesellschaft ein gefährliches Bild: Kunst funktioniert, auch wenn kein Geld dafür fließt. Die kreative und anstrengende Arbeit blieb verborgen. Für die ohnedies vielfach prekären Lebenswelten Kunstschaffender in „Normalzeiten“ eine gefährliche Perspektive.
Auch der Intro-Graz-Spection fielen geplante und fixierte Projekte aus oder mussten auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Der Weg ins Digitale war trotzdem nie Thema. Vielmehr heißt es, der eigenen Stärke auch in aufregenden Zeiten zu vertrauen.

RE-KAPITULATION: Eine der großen Scheidewände der Pandemie. Nicht nur das Zuhause bleiben und in vorgegebenen Rahmen ins Freie zu dürfen, wurde zu einer gesteuerten Vorgabe. Der Zugang zu Teilen der Familie, Freundeskreisen und ganzen Bevölkerungsschichten fehlte schlagartig. Die einen hatten weiterhin Arbeit, andere waren auf Kurzarbeit, einige verloren komplett ihren Job.
Spannungen zwischen Denken und Emotionen in Wahrnehmung der Realität taten sich auf. Der Bogen reichte von Verschwörungstheorie und Ignoranz über vernünftiges Umgehen mit den Tatsachen, bis zu
Übervorsicht und Panik. Ein Teil der Menschen nahm die Maßnahmen mit Humor, wieder andere warnten
vorm Anfang des Endes von Demokratie und Freiheit.
RE-KAPITULATION ist das Thema für eine große Plakataktion im öffentlichen Raum im Herbst 2020.
Künstlerinnen und Künstler wurden eingeladen, sich mit „Drinnen und Draußen“ auseinanderzusetzen und
einen Plakatentwurf zu gestalten. Form und jeder Inhalt sind frei, ob grafisch oder fotografisch, ob abstrakt
oder konkret. Aufarbeitung von Vergangenem, Konfrontation mit dem Jetzt, Erstellen einer Utopie oder ein
Mix daraus.

Georg Dinstl, Grafiker und Künstler, der seit Jahren mit der Intro-Graz-Spection zusammenarbeitet, wird in Abstimmung mit den Künstlerinnen und Künstlern die fertigen Entwürfe zu einem Gesamtprojekt bündeln. Die Plakate werden mehrere Wochen auf historischen Litfaßsäulen und Plakatwänden der Firma Ankünder in Graz zu sehen sein.

Konzeption: Christian Marczik und Emil Gruber
Gestaltung: Georg Dinstl
mit: Veronika Dreier, Herms Fritz, Severin Hirsch, Michaela Konrad,
Maryam Mohammadi/ Joachim Hainzl, Andrea Ressi, Marcellinus Schneider-Ojinnaka,
Jani Schwob, Edda Strobl, Bernhard Wolf, Josef Wurm, zweintopf
Termine
23. - 30. November 2020, Ganztägig
1. - 15. Dezember 2020, Ganztägig
Weitere Informationen
Ort: auf historischen Litfaßsäulen und Plakatwänden in der Stadt Graz:
z.B.: Kaiserfeldgasse 29...

(c) Foto: Michaela Konrad
Veranstaltungsort/Treffpunkt