Für die dritte Ausstellung der Reihe PLATEAU wurde die Kuratorin Elsy Lahner eingeladen zwei Positionen auszuwählen. Sie zeigt die in Wien lebenden Künstlerinnen
Tina van Duyne (geb. 1971) und
Birgit Knoechl (geb. 1974).
Beide setzen sich in ihren Arbeiten mit der Natur, mit organischen Strukturen und Elementen auseinander und lassen dadurch eigene Erscheinungsformen, Ordnungen und Umwelten entstehen. Kleinstobjekte, wie Blüten, Blätter und Insekten werden bei Tina van Duyne mit schwarz eingefärbtem Latex überzogen und zu filigranen, fremdartig anmutenden Gebilden arrangiert. Bei Birgit Knoechl sind es schwarze Papierobjekte, die in den Raum wachsen und wuchern, von der Decke hängen und Schattenwelten auf die Wände werfen. Wie bereits bei den zwei vorhergehenden Ausstellungen der Reihe haben die Künstlerinnen für das FORUM STADTPARK eine gemeinsame Präsentation erarbeitet.
Tina van Duyne (geb. 1971)
Tina van Duyne geht von einem eigenen Gesamtsystem aus, anhand dessen sie Teilelemente kategorisiert. Dabei bedient sie dich der Sprache der Natur und nähert sich ihr mit der wissenschaftlichen Methode des Sammelns, Archivierens und Vergleichens. Ihr Untersuchungsgegenstand sind Objekte und Strukturen, die erforscht und zu neuen Formen zusammengesetzt werden. Einzelne Details löst sie aus ihrem Kontext, repliziert sie, ordnet sie kaleidoskopartig an und lässt so fremdartige, seltsam anmutendene Muster entstehen. Diese wiederum erscheinen in ihrer symmetrischen oder fraktalen Figuration vertraut und natürlich.
Naturalien und Biofakte werden mit schwarzem Latex überzogen, konserviert und auf ihre Morphologie reduziert. Die einzelnen Arbeiten nehmen durch feine Verweise, Zitate, Titelgebung und durch ihre formalen Ähnlichkeiten zueinander Bezug und stellen vielschichtige Bedeutungsgefüge her. Mit ihrer Ordnung der Dinge betont Tina van Duyne die für sie relevanten Aspekte, überlässt jedoch dem Betrachter die Freiheit sie zu deuten.
Birgit Knoechl (geb. 1974)
Die Installationen von Birgit Knoechl sind Reaktionen auf den Raum, der von pflanzenartigen Papierskulpturen dominiert wird. Schwarze, feingliedrige Gewächse hängen von der Decke, wuchern aus den Ecken und werfen Schattenwelten an die Wände. Ausgangspunkt der Arbeiten ist dabei die Tuschzeichnung – die Linie, die ausgeschnitten und dadurch freigelegt dreidimensional in den Raum vordringt.
Neben zusätzlichen Objekten sind ähnliche Gebilde in kleinerer Gestalt, Stück für Stück in Schaukästen eingeordnet. Jemand scheint diese Setzlinge einer genauen Beobachtung zu unterziehen und sie in unterschiedlichen Wachstumsstadien und Entwicklungsstufen zu dokumentieren. Mit einer Aufreihung weiterer Scherenschnitte, in ihrem Ursprung als Zeichnungen und hinter Glasplatten an der Wand, manifestiert sich deren Arten- und Formenvielfalt in einem Archiv botanisch-abstrakter Studien. Neben aller Systematik ist es jedoch auch das Unberechenbare und Unkontrollierbare der Natur, das Birgit Knoechl hier verdeutlicht. Die Pflanzengefüge drohen sich in diesem Szenario zunehmend zu verdichten, sich flechten gleich auszubreiten und ihr Eigendasein zu entwickeln.
www.knoechl.com
www.t-vd.net