Antonello Messina (Akkordeonist von Pippo Pollina) tritt zusammen mit der Formation Kapelush auf.
Der virtuose italienische Akkordeonist
Antonello Messina und das
Wiener Trio kapelush, finden anlässlich des 11. internationalen Akkordeonfestival in Wien zusammen. Beide kennen keine stilistischen Grenzen und bewegen sich mühelos zwischen klassischem Jazz, Tango Nuevo, Klezmer, Funk, Balkan auch Gustav Mahler und zeitgenössischer Improvisation.
Messina wurde in den letzten Jahren zu einer wichtigen, eigenständigen Stimme der internationalen Musikszene, wo er regelmäßig auf Tournéen und Festivals für Furore sorgt. Sowohl als Protagonist eigener Projekte, wie auch als eingeladener Sideman wird er gleichermaßen von Presse, Publikum und auch Mitmusikern hochgelobt. Mit der Verlagerung seines Wohnsitzes von Palermo nach Bern ist er vermehrt mit der aktiven Schweizer Jazzszene in Berührung gekommen.
KAPELUSH ist polnisch und heißt Hut. Das lädt freilich zu allerhand Wortspielen ein, die man sich, weil sie altbewährt sind und das Beschreiben von Musik ohnehin ein untaugliches Mittel ist, sich dieser zu nähern, nicht zu verkneifen braucht: Also, was bringen Kapelush unter einen Hut? Klezmer, Funk, Jazz, Gustav Mahler, Balkan und grundsätzlich alles andere auch. Nun sind solche Mischungen in den letzten 20 Jahren nichts Besonderes. Der " Wow, die trauen sich was" - Effekt ist etwas verblasst und zieht nur noch bei Musikjournalisten, und auch nur bei solchen, die noch in den alten, starren Gattungsbegriffen denken. Sodann, was zaubern Kapelush aus dem Hut? Keine alten Hüte jedenfalls. Eine Mischung, bei der die ursprünglichen Materialien bis zur Unkenntlichkeit ineinander geschmolzen sind, was wahre Kunst ausmacht – kurzum: was EIGENES. Konkreter: nix da Shtetl-Idylle, nix da „Gringos versuchen sich in Balkansounds“, nix da bemühte New Jewish Progressive Music … Was aber dann? Verspielte Expressivität, augenzwinkernde Ernsthaftigkeit und ein ungemein virtuoses Experimentieren mit den Formen. Hut ab.
Mehr lässt sich dazu nicht sagen. Selber hören, spüren, verführen lassen … Richard Schuberth