"Der Wirklichkeit auf der Spur".
Einer, der auch ein anderer ist, möchte man frei nach Peter Handkes Kaspar über den aus der Weststeiermark stammenden und in Graz lebenden Künstler Heribert Michl sagen. Aber das ist zu unpräzise. Genau genommen muss es heißen: Einer, der immer wieder ein andere wird, doch er selbst bleibt. Er ist Pädagoge, Erziehungswissenschafter, Philosoph und vor allem Künstler. Als solcher ist er wiederum Maler, Zeichner und Fotograf und stets der Wirklichkeit auf der Spur. Nicht nur der Wirklichkeit des Bildes, sondern auch der gesellschaftlichen, sozialen und politischen Realität, die zugleich Herausforderung und Aufgabe ist. Nur der Wirklichkeit fühlt er sich verpflichtet – oder wie er selbst es einmal ausgedrückt hat:
„Zuerst wollte ich mit meinen Arbeiten nur meinen Freunden gefallen, später nur mir selbst, schließlich nur noch der Arbeit.“ Globalisierung, Regionalisierung und Demokratisierung der Kunst sind die inhaltlichen Fragen, Format, individueller Stil und Markenzeichen die formalen Fragen, mit denen er sich auseinandersetzt, ohne deshalb in seinem künstlerischen Werk ein Theoretiker zu sein. (
Peter Wolf)