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Kategorie » Film/Neue Medien

La Mala Educacion
SPANISCHER KINOABEND im LAIS:
La Mala Educación
Regie - Pedro Almodóvar
in spanischer Sprache mit deutschen Untertitel

Spätestens seit «Hable con ella» zählt Pedro Almodóvar zu den klingendsten Namen des internationalen Films. «La mala educación» ist ein weiteres glorioses Kapitel in seinem szenischem Buch der Leidenschaften, eine Hommage an das Genre des Film Noir sowie das bislang persönlichste und reifste Werk des spanischen Regisseurs.

Madrid im Spanien der frühen 80er Jahre: Der Tod Francos hat den Künstlern neuen Atem eingehaucht. Die Movida ist erwacht, jene Aufbruchbewegung, die das kulturelle Leben im lange unterdrückten Land wieder aufblühen liess. Auch der homosexuelle Enrique (Fele Martínez) ist eines ihrer Kinder und als begnadeter Regisseur auf der Suche nach gutem Filmstoff. Beim Durchforsten von Zeitungen streift er unzählige Geschichten, wie etwa diejenige einer Frau, welche sich in einen Krokodilteich wirft, eines davon umarmt und sich vom ihm auffressen lässt, ohne einen einzigen Ton von sich zu geben.

Die Wahl der Story trifft schliesslich das Schicksal, welches in der Verkörperung des Schauspielers Angel (Gael García Bernal) an die Tür klopft. Dass der Besucher sich nicht zufällig als Enriques Jugendliebe Ignacio ausgibt und die Verfilmung der eigens verfassten Novelle «Der Besuch» sowie eine Rolle darin wünscht, lässt sich auch ohne Kenntnis von Dürrenmatts Werk erraten. Der physische und literarische Besuch ist vielmehr Auftakt zu einem komplexen Plot, der wie russische Holzpuppen im Kern weit mehr verbirgt, als sich auf den ersten Blick erahnen lässt.

Mit Enriques Lektüre der Novelle tauchen wir in den Film im Film sowie seine gemeinsame Kindheit mit Ignacio in einem katholischen Internat ein. Im Schatten des sexuellen Missbrauchs durch Priester Manolo (Daniel Giménez Cacho), entdecken die Knaben die erste Liebe. Das Aufflackern der Leidenschaft wird jedoch im Keim erstickt. Schwarz sind die Gewänder der Priester, die Nächte im Schlafsaal und letztlich auch die Schicksale der Protagonisten. Schwarz ist auch das Genre des Film Noir, auf welches Almodóvar sich bezieht. Die Antihelden leben ihre Leidenschaften im Dunkeln aus. Verbrechen sowie schicksalhafte Verstrickungen sind allgegenwärtig, und auch die skrupellose Femme Fatale fehlt in diesem faszinierenden Verwirrspiel nicht.

In «La mala educación» können jedoch nicht nur Parallelen zur Filmgeschichte sondern auch zur Persona Almodóvars
gezogen werden: Der Regisseur blickt selbst auf eine Erziehung in einer Klosterschule zurück. Auch er war ein
homosexueller Regisseur der Movida, der in den 80ern von der Ikone der schwulen Subkultur zum gern gesehenen
Gast an internationalen Filmfestivals mutierte.

Wie autobiographisch der Film auch sein mag, der Spanier thematisiert in gewohnt aussergewöhnlicher Manier, wie die
Erfahrungen im Klosterinternat das Fortleben aller Beteiligten beeinflussen. Und dass sich die Fesseln der Verangenheit auch im Zeitalter des Aufbruchs nicht so einfach abstreifen lassen. Weil wir es hier aber mit einem Almodóvar zu tun haben, ist «La mala educación» weder eine Abrechnung mit der katholischen Kirche noch eine Reflexion der Movida.

Wie seine hoch gelobten Vorgänger umkreist der Film gekonnt weit vielschichtigere Themenkomplexe wie Opfer und Täter, Schuld und Sühne, Angst und Hoffnung, Macht und Ohnmacht. Almodóvars Begierden kennen viele Gesichter und das Roulette der Leidenschaften dreht sich in der Story unweigerlich immer weiter. Letztendlich geht es um die Frage, wer sich wann von welchem Krokodil auffressen lässt, ohne einen Laut von sich zu geben.

Info-Website www.lai-graz.at
Termine
12. März 2010, 19:30 Uhr
Weitere Informationen
(c) des Fotos / der Abbildung liegt beim Veranstalter
Veranstaltungsort
LAI Lateinamerikanisches Institut Graz
Rittergasse 2/P, 8010 Graz
Tel: +43316/ 322517
Fax: +43316/ 322517
- - - - -
Die neue Öffnungszeiten des LAIS ab Februar 2012:
Montag von 9 bis 12 Uhr
Dienstag und Mittwoch von 10:00 bis 13:00 Uhr
- - - - -
haltestelle Zinzendorfgasse: buslinie 31

Erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln
* GVB Fahrpläne
* Liniennetzplan (PDF)
* BusBahnBim-Auskunft

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Rittergasse 2/P, 8010 Graz
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