Stipendien für Bildende Kunst der Stadt Graz
Dotation/Förderungsziel
Die Stadt Graz vergibt vorbehaltlich der Beschlussfassung im Stadtsenat zwei Arbeitsstipendien in der Höhe von je € 5.000,-- für kontinuierliche künstlerische Tätigkeit im Bereich der Bildenden Kunst (Malerei, Grafik, Bildhauerei, Objektkunst, Medien- und Netzkunst). Ziel ist die Anerkennung von Grazer Bildenden KünstlerInnen, die eine Unterstützung ihrer kontinuierlichen künstlerischen Arbeit erfahren sollen und dezidiert in Graz selbst tätig sind. Die StipendiatInnen erklären sich bereit, innerhalb eines Jahres nach erfolgter Vergabe die Ergebnisse ihrer künstlerischen Tätigkeit des betreffenden Zeitraums der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Ausschreibung 2012
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Einreichfrist ist der 28. Februar 2012 (Poststempel)
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Die Juryentscheidung wird im ersten Jahresdrittel 2012 in Graz erfolgen.
Vergabekriterien
- Ausgewiesener Graz-Bezug: Geburtsort Graz, Wohnort Graz, Arbeitsschwerpunkt in der Stadt Graz
- Künstlerische Qualität
- Mindestens eine öffentliche Präsentation der Werke in Graz mit Dokumentation bzw. Katalog
Erforderliche Einreichungsunterlagen
- Motivations-Statement mit formlosem Ansuchen (6-fach)
- Biografie (6-fach)
- Verzeichnis von Ausstellungen (6-fach)
- Kataloge (1-fach)
- diverse Dokumentationen, Pressebericht u.ä. (6-fach)
Vergabemodus
- Ausschreibung
- Bewertung durch Jury
- Entscheidung durch die zuständigen Organe der Stadt Graz (Kulturstadtrat, Stadtsenat)
- Zudem gestattet der Stipendiat / die Stipendiatin dem Kulturamt der Stadt Graz, über das Stipendium zu berichten (Website, gegebenenfalls Buch, gegebenenfalls Katalog, gegebenenfalls Massenmedien, wie Zeitungen und ähnliches). Dafür stellen sie ihre Dokumentation und Reproduktionen bzw. Bilder jener Werke, die im Rahmen des Stipendiums entstanden sind, kostenfrei zur Verfügung und erteilen die unentgeltliche Druckgenehmigung auch über das Jahr hinaus.
KONTAKT:
Mag.a Dr.in Andrea Wolfmayr
Kulturamt der Stadt Graz
Stigergasse 2 (Mariahilfer Platz), 2. Stock, A-8020 Graz
Tel: +43/316/872/4920
Fax: +43/316/872/4909
e-mail:
andrea.wolfmayr@stadt.graz.at
Aktuelle StipendiatInnen 2011
Der gebürtige Grazer
Andreas Heller lebt und arbeitet in Graz und Wien. Er studierte Kunstgeschichte und Architektur in Graz und machte sein Diplom an der Akademie der Bildenden Künste Wien. 2010 erhielt er ein Arbeitsstipendium des Landes Steiermark, 2008 den "Henkel Art Award". 2007 gewann er den "Österreichischen Grafikwettbewerb". Er hat Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen u.a. in Salzburg, Graz und Wien, in London, Peking, Nikosia, Malta, Split und Tel Aviv vorzuweisen.
Aus der Begründung: Andreas Heller tritt in Kommunikation mit dem Bildgedächtnis des/der BetrachterIn, lotet kunst- und kulturhistorische Bezüge aus und beschäftigt sich mit bildbestimmenden Grundlagen. Gleichermaßen werden "klassische Anleihen an die Kontextkunst um einen narrativen Aspekt erweitert und spezifische Abbildungen einer dekonstruierenden Analyse unterzogen und auf ein strukturelles Minimum reduziert" (so der Wortlaut aus dem Ansuchen). Heller ist im forum stadtpark im Programmbeirat für Bildende Kunst zuständig und tut viel für die Grazer Kunstszene. Ein Stipendium würde die Realisierung weiterer Arbeiten ermöglichen.
zweintopf besteht aus den beiden KünstlerInnenpersönlichkeiten Mag
a Eva Pichler, geboren 1981 in Judenburg, und DI Gerhard Pichler, geboren 1980 in Friesach. Eva Pichler studierte an der Ortweinschule Fachrichtung Malerei (mit Meisterklasse) und Kunstgeschichte an der KFU Graz. Seit 2007 absolviert sie ein Masterstudium für Ausstellungs- und Museumsdesign an der FH Joanneum. Gerhard Pichler wiederum studierte Architektur an der TU Graz und seit 2006 Philosophie an der KFU Graz. Als KünstlerInnenduo zweintopf stellen sie seit 2006 aus (Novi Sad, Budapest, Wien, Linz; Graz: Kulturzentrum bei den Minoriten, ORF Landesstudio, rotor, Markthalle Lendplatz, Landesmuseum Joanneum, Galerie Patrick Ebensperger, HDA, Hotel Goldener Engel, Bunker Graz, KFU, forum stadtpark u.a.)
Was die Zuerkennung an zweintopf betrifft, verweist die Jury auf die eingangs getroffene Formulierung der beiden KünstlerInnen: "Die Zuerkennung eines Stipendiums bedeutet für künstlerische Arbeit vor allem eines: Freiheit." – Die beiden KünstlerInnen bereichern, so die weitere Begründung, seit Anbeginn ihrer gemeinsamen Tätigkeit die Grazer Szene. Ihre Installationen und Performances bürgen für höchste Qualität.
StipendiatInnen 2010
Ingo Abeska absolvierte die HTBL Ortweinplatz und zeichnet sich sehr früh als Multitalent aus, das sich sowohl der Musik und auch der Bildenden Kunst zuwendet. Seit 2003 vollendet er in seiner Arbeitsmethodik täglich zumindest eine Zeichnung, wobei er trotz seiner ausgewiesenen künstlerischen Quaalität nur selten zu öffentlichen Auftritten zu bewegen ist. Vor allem in Kooperationsprojekten mit anderen KünstlerInnnen stellte er u. a. im Forum Stadtpark, beim ESC in der Jakoministraße, gemeinsam mit RHIZOM und Kunstverein rotor aus. Von den Auslandsausstellungen ist insbesondere Rotterdam zu erwähnen.
Für die Auswahl Ingo Abeskas führt die Jury ins Treffen, dass er sehr konsequent künstlerisch arbeitet, teils ironisch kritisch an die Themen herangeht-in einer fast täglichen Auseinandersetzung mit dem politisch-sozialen Leben-und "bei aller traditionellen Handwerklichkeit einen besonders modulierten Strich anwendet". Er erweist sich als "kritischer Beobachter unserer Zeit" und sollte als "unentdecktes Genie trotz der Kleinheit der Szene" in seiner Arbeit zusätzlich unterstützt werden.
Eva Helene Stern ist bereits als aktive und anerkannte Künstlerin vor fünf Jahren nach Graz übersiedelt. In der vergleichsweise kurzen Zeit arbeitete die aus Bayern Gebürtige in einer Personale mit der Akademie Graz zusammen, kooperierte mit den Vereinen Zebra und rotor, stellte ihre biomorphen Formen im Kunsthaus aus, beteiligite sich an Ausstellungen in der Galerie Eugen Lendl, im Medienturm und nahm an Projekten in Frankfurt, Paris, Mailand, Bremen und Tschechien teil.
Eva Helene Stern bereichert seit fünf Jahren die Grazer Kulturszene. Ihre performativen und feministischen Kunstansätze werden sowohl im Grafischen als auch Plastischen umgesetzt. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie ihre Ideen sehr stark vernetzt und mit ihren skulptural-performativen Arbeitsmethoden kosequent Eigenständigkeit entwickelt.