Auslandsstipendien für Bildende Kunst der Stadt Graz
Dotation/Förderungsziel
Die Stadt Graz vergibt vorbehaltlich der Beschlussfassung im Stadtsenat zwei Auslandsstipendien für Bildende KünstlerInnen (Malerei, Grafik, Bildhauerei, Objektkunst, Medien- und Netzkunst). Zeitrahmen wie auch Ziel- bzw. Herkunftsland sind dabei flexibel und sollen von den KünstlerInnen und den vergebenden Institutionen gemeinsam in einem finanziellen Gesamtrahmen von je € 5.000,-- vereinbart werden. Ziel ist die Möglichkeit eines Auslandsaufenthaltes von Grazer Bildenden KünstlerInnen, denen die Verwirklichung eines künstlerischen Projekts in einem sie besonders interessierenden Land ermöglicht werden soll, und im Gegenzug die Möglichkeit eines Aufenthalts von Graz-interessierten ausländischen Bildenden KünstlerInnen in unserer Stadt. Die StipendiatInnen erklären sich bereit, innerhalb eines Jahres nach erfolgter Vergabe die Ergebnisse ihrer künstlerischen Tätigkeit des Arbeitszeitraums der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Ausschreibung 2014
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Einreichfrist ist der 28. Februar 2014 (Poststempel)
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Die Juryentscheidung wird im ersten Jahresdrittel 2014 in Graz erfolgen.
Vergabekriterien für Grazer KünstlerInnen
- Ausgewiesener Graz-Bezug: Geburtsort Graz oder Wohnort Graz oder Arbeitsschwerpunkt in der Stadt Graz
- Künstlerische Qualität
- Mindestens eine öffentliche Präsentation der Werke in Graz mit Dokumentation bzw. Katalog
Vergabekriterien für ausländische KünstlerInnen
- Künstlerische Qualität
- Mindestens eine Präsentation der Werke in Graz mit Dokumentation bzw. Katalog
Erforderliche Einreichungsunterlagen (in deutscher Sprache)
Formular Auslandsstipendium (1-Fach)
- Motivations-Statement(7-fach)
- Biografie (7-fach)
- Verzeichnis von Ausstellungen (7-fach)
- Kataloge (1-fach)
- diverse Dokumentationen, Pressebericht u.ä. (7-fach)
- (Für Grazer KünstlerInnen: Nennung des bevorzugten Landes für den Stipendienaufenthalt)
Vergabemodus
- Ausschreibung
- Bewertung durch Jury und Vertretung jener Grazer Institutionen, die fähig sind, KünstlerInnen aufzunehmen (Wohnen, Betreuen...)
- Entscheidung durch die zuständigen Organe der Stadt Graz (Kulturstadtrat, Stadtsenat)
- Zudem gestattet der Stipendiat/die Stipendiatin dem Kulturamt der Stadt Graz, über das Stipendium zu berichten (Website, gegebenenfalls Buch, gegebenenfalls Katalog, gegebenenfalls Massenmedien, wie Zeitungen und ähnliches). Dafür stellen sie ihre Dokumentation und Reproduktionen bzw. Bilder jener Werke, die im Rahmen des Stipendiums entstanden sind, kostenfrei zur Verfügung und erteilen die unentgeltliche Druckgenehmigung auch über das Jahr hinaus.
Formular
KONTAKT:
Maga Drin Andrea Wolfmayr
Kulturamt der Stadt Graz
Stigergasse 2 (Mariahilfer Platz), 2. Stock, A-8020 Graz
Tel: +43/316/872/4920
Fax: +43/316/872/4909
e-mail:
andrea.wolfmayr@stadt.graz.at
StipendiatInnen 2013
Petra Sterry und
Eva Beierheimer
Ein Arbeitsstipendium der Landeshauptstadt Graz wird 2013 an Frau
Petra Sterry für die Fortführung ihres interdisziplinären Kunstprojekts Nadaistics empfohlen. Bei diesem Vorhaben geht sie vom Begriff nada aus, der im Spanischen 'nichts' heißt und stellt den Wortstamm nad, der in slawischen Sprachen Hoffnung bedeutet, zueinander in Verhältnis. So spannt sie einen weiten Bogen von der Leere über Nichts zur Hoffnung und unterstreicht damit Bedeutung und Wert des nicht Greifbaren. In Workshops fordert Petra Sterry Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu auf, eigene Vorstellungen und ihre Erfahrungen über das weite, oben genannte Spektrum zu formulieren. So entstehen Bilder, Collagen und Texte, die das nicht Greifbare begreif-und sichtbar machen. Nadation wird zur Navigationshilfe für das persönliche Bewusstsein und zur Kommunikationsbasis, um über das Nichts und die Hoffnung sprechen zu können.
Eva Beierheimer ist viel unterwegs, untersucht Orte nach ihren ganz spezifischen Strukturen, die sie dokumentiert, interpretiert und in ihren Eigenheiten analysiert. Ein wichtiges Mittel ihrer Arbeit sind zudem Buchstaben, Worte, Texte. Bücher werden zum Material, Buchstabenfelder zum Nährboden für Lesematerial, das im Vorgefundenen neue, ungeahnte Sinnzusammenhänge stiftet. An den realen Orten wie auch an den Worten interessiert sie neben der Analyse auch die Transformation des Alltäglichen, das Sichtbarmachen von Randsituationen. In diesen wird deutlich, wie Texte Kunst erweitern, ergänzen und umdeuten können, in ähnlicher Weise, wie geschickt gewählte Blickwinkel fotografisch die Wirklichkeit zu transformieren im Stande sind.
StipendiatInnen 2012
Zita Oberwalder gehört seit geraumer Zeit neben Paul Ott zu den wichtigen Positionen der Grazer Fotografie. Ihre Arbeiten sind seit Anbeginn ihrer Karriere regelmäßiger Bestandteil österreichischer und internationaler Einzel- und Gruppenausstellungen. So beschreibt der Grazer Kunsthistoriker Ulrich Tragatschnig ihre Arbeit wie folgt: "Zita Oberwalder verwendet keine besonders präparierten, quasi umprogrammierten Apparate. Sie fügt dem Fotografieren nichts hinzu noch spart sie etwas davon aus. Technisch ist ihre Fotografie ganz bei sich selbst bzw. dort, wo sie vor der digitalen Wende war: unplugged. Dementsprechend verhalten sich auch ihre Fotografien fürs Erste genau so wie sich Fotografien eben verhalten. Sie haben Fokus, Perspektive, Grenzen." Zita Oberwalder ist eine Reisende und Sehende – ihre künstlerischen Arbeiten entstehen fast ausschließlich außerhalb ihrer unmittelbaren täglichen Umgebung. Das Stipendium soll diese Arbeitsweise unterstützen.
Wesentliche Arbeiten von
Isa Riedl sind auf Reisen entstanden. Das Unterwegssein, das Aufspüren von Nicht-Orten und die Suche nach den Zwischenräumen kennzeichnen das künstlerische Schaffen. Zeichnung und Malerei sind ihre Medien. Seit sechs Jahren bereichert die umtriebige Künstlerin die Grazer Kunstszene. Mit Spannung gilt es zu erwarten, welche Beobachtungen sie während ihres Aufenthalts in der Tschechischen Republik anstellen wird.
StipendiatInnen 2011
Clemens Hollerer, geboren 1975 in Bruck/Mur, lebt und arbeitet in Graz und Bad Gleichenberg. Er absolvierte das HISK (Higher Institute for Fine Arts) in Antwerpen, das Euregio College for Fine Art Photography in Kefermarkt und die International Summer Academy of Fine Arts in Salzburg. Er stellte in Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Frankreich, New York, Brüssel, Bonn, Bukarest, Wien und Graz aus. 2009 erhielt er den Fotoförderungspreis der Stadt Graz und den Art Jury First Prize in Paris. 2010 wurde er zum Future Generation Art Prize in Kiev/Ukraine und zum Zurich Art Prize nominiert. Aktuelle Ausstellung: „Brauchen wir einen Unfall?“ (mit der Filmschaffenden, Performancekünstlerin und letztjährigen Diagonale-Preisträgerin für Innovatives Kino, Sabine Marte) im Kunsthaus Graz.
Zu Clemens Hollerer halten die JurorInnen fest, dass er auf die zahlreichen Anregungen, die ihm Projekte im öffentlichen Raum vermitteln, reagiert – oft sind das Baustellen - und diese zum Ausgangspunkt seiner künstlerischen Arbeiten macht. Insofern ist ein Reise- und Arbeitsstipendium im skandinavischen Raum, von Kopenhagen über Stockholm nach Oslo, wie Hollerer es plant, sinnhaft und trägt dazu bei, die Serie seiner Arbeiten fortzusetzen.
Lotte Lyon, 1970 in Graz geboren, erhalten. Sie studierte Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in Wien und an der Hochschule der Künste Berlin, lebt und arbeitet in Wien und unterrichtet an der Kunstuniversität Linz. Neben anderen Preisen und Stipendien erhielt sie 2007 den Kunstförderungspreis der Stadt Graz und den Kunstpreis der Diözese Graz-Seckau. Sie kann auf eine große Zahl an Ausstellungen im In- und Ausland verweisen (in Graz: Neue Galerie Studio, Camera Austria, Kulturzentrum bei den Minoriten).
Die JurorInnen fassten wie folgt ihre Begründung zusammen: Lotte Lyon untersucht in ihrer Arbeit reduzierte geometrische Formen, deren kunstgeschichtliche Ursprünge teilweise gerade im asiatischen Raum ablesbar sind. Daher empfiehlt sich der erwünschte Studienaufenthalt in Japan bzw. in den asiatischen Raum, sofern es angesichts der tragischen Entwicklungen in Japan zu einer Adaptierung des Aufenthaltsziels kommen muss.
StipendiatInnen 2010
Christoph Grill beschäftigt sich seit 1996 intensiv mit den ehemaligen kommunisitischen Staaten Osteuropas und des Balkans und begann 1999 ein Buchprojekt, das alle 15 Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion zum Thema hat. Er erhielt 2006 den Förderungspreis für Fotografie der Stadt Graz und stellte u. a. in der Camera Austria, in der Neuen Galerie, in Italien, Ungarn, Slowenien und in Russland seine Werke aus.
Für die Jury ergibt sich mit der Zuerkennung des Stipendiums die Möglichkeit, ein Langzeitprojekt abzuschließen, in dem noch einigen vorgesehene Orte fehlen. Christoph Grill wird unbestritten hervorragende künstlerische Qualität bescheinigt, seine Arbeiten spiegeln eine "angenehme Seriosität" und sind von "hoher Umsetzungskonsequenz" getragen.
E.D Gfrerer, 1958 in Paterion geboren, ist seit 1978 in Graz tätig. E.D Gfrerer, der auch eine Tischlerlehre absolviert hat, beendete das Studium der Architektur auf der TU Gra mit einer Diplomarbeit über Objektentwürfe in Moskau. Seit 1992 ist es als freischaffender Künstler in Graz tätig und beteiligt sich u. a. an Wettbewerben in Graz, Wien, Linz, Berlin und Helsinki. Einem Lehrauftrag am Institut für Gebäudelehre der TU Graz folgten zahlreiche Ausstellungen, wobei er bis auf wenige Ausnahmen mit anderen KünstlerInnen zusammenarbeitete.
In E.D Gfrerers Ansuchen wertet die Jury als besonders bestechend, dass sein Projekt einen künstlerischen Austausch mit Georgien impliziert. E.D Gfrerer schließt an konkrete Recherchen und Vorarbeiten an, die gemeinsam mit seinem kontinuierlich hochwertigen künstlerischen Schaffen die Zuerkennung eines Austauschstipendiums rechtfertigen.